Der Weg zum Flugschein

Vom Fußgänger zum Piloten ist es ein schöner Weg, der außer etwas Enthusiasmus mindestens zwei Wochen Zeit braucht. Die Ausbildung ist für Gleitschirm- und Drachenpiloten gleich und unterscheidet sich nur im verwendeten Fluggerät.

Übersicht über die Kapitel dieses Artikels:

Am Anfang...
Die Voraussetzungen zum Fliegen
Der Weg zum Pilotenschein
      Die A-Lizenz
      Die Windenstarteinweisung
Die B-Lizenz
Was kostet das Ganze?

 

Am Anfang...

Am Anfang steht der Wunsch an den Wolken zu kratzen. Gibt man dem nach, kommt die Suche nach einer Flugschule, die den angehenden Piloten an seinem gewählten Fluggerät ausbilden kann - was nicht besonders schwierig ist, denn es gibt viele davon. Unser Verein arbeitet z.B. seit langer Zeit gern und erfolgreich mit der pfeil-nach-rechts Harzer Gleitschirmschule von Knut Jäger zusammen, weiter im Süden gibt es aber noch viele, viele weitere Schulen. Und wenn man sich eine Schule ausgesucht hat, geht's auch schon los!

Die Voraussetzungen zum Fliegen

Es gibt nur zwei wirkliche Voraussetzungen, um die Pilotenlizenz zu erwerben:

 

  1. Der Flugschüler muss geistig und körperlich in der Lage sein, sein Fluggerät zu führen. Das bedeutet nicht, dass übermäßiges körperliches Training notwendig wäre, bedingt aber die Fähigkeit, sich körperlich zu betätigen und möglichst alle Extremitäten zu besitzen. Natürlich gibt es auch Lösungen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, aber sprecht das bitte unbedingt vorher mit der Flugschule ab. Das gilt auch, wenn ihr eine entsprechende Prothese tragt, die vielleicht auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen ist. Die geistige Fähigkeit ist schwer zu definieren. Wenn ihr hier Bedenken habt, sprecht mit der Flugschule, die das diskret beurteilt.

  2. Der Flugschüler muss mindestens 14 Jahre alt sein. Mit dem erforderlichen elterlichen Einverständis kann er so frisch ans Werk schreiten.

Der Weg zum Pilotenschein

Die im Folgenden genannte Ausbildung ist sowohl am Hang machbar, d.h. vom Berg, als auch von der Winde im Flachland. Die Winde ersetzt dabei den Berg. Einzige Einschränkung: Wer an der Winde lernt, darf erst nach einer Zusatzprüfung am Berg fliegen und umgekehrt.

Die A-Lizenz

Der Weg zur A-Lizenz, der Lizenz zum Alleinflug also, gliedert sich in zwei Lehrgänge: Dem Grundkurs und der Höhenflugschulung. Es gibt auch einige Flugschulen, die es dritteln, die Inhalte bleiben jedoch die selben.

Am Anfang steht der Grundkurs, der je nach Flugschule ca 8 Tage dauert und ggf. in mehreren Kursen zu absolvieren ist. In dieser Zeit erlernt man die Grundlagen des Startens und des Landens, macht die ersten Hopser auf dem Übungshang und mit etwas Glück auch schon die ersten weiteren Flüge. Die gleichzeitige Theorieausbildung lehrt den Flugschüler die Physik hinter dem Fliegen, Luftrecht und Wetterkunde.

Der Grundkurs wird, wieder je nach Flugschule, abgeschlossen mit dem Höhenflugausweis, der den Flugschüler berechtigt, unter Aufsicht eines Fluglehrers in einem ihm bekannten Gelände zu fliegen, also im Allgemeinen auf dem Fluggelände der Flugschule. Andere Flugschulen benennen den Ausweis anders, inhaltlich bleibt er jedoch die Erlaubnis, unter Aufsicht der jeweiligen Flugschule zu fliegen.

Weiterhin kann man, wenn man möchte, die Theorieprüfung vor dem Deutschen Hängegleiterverband (DHV) ablegen. Achtung: In den meisten Flugschulen sind die pfeil-nach-rechts Prüfungsgebühren für diese Prüfung nicht im Preis des Grundkurses enthalten! Die Theorieprüfung ist für den Höhenflugausweis nicht notwendig, den braucht man aber für die nächste Stufe:
Die A-Lizenz.

Eine weitere Woche Flugschule, im Allgemeinen in den Alpen, führt den Piloten zur A-Lizenz. Während dieser Woche werden Flugmanöver geübt, die man für sein Fliegerleben braucht. Im Fokus steht die allgemeine Schirmkontrolle, ein sauberer Start und eine gute, punktgenaue Landung. Dieser zweite Kurs wird von einigen Flugschulen ebenfalls gesplittet, also im Zweifel einfach mal nachfragen.

Hat man am Ende der Woche seine vorgeschriebene Anzahl an Höhenflügen gesammelt (Höhenflüge aus dem Grundkurs zählen mit), legt man die Flugprüfung vor dem DHV ab. Auch hier sind die pfeil-nach-rechts Prüfungsgebühren meist nicht in den Schulungskosten enthalten. Zusammen mit der bestandenen Theorieprüfung (s.o.) wird man nun stolzer Besitzer der A-Lizenz. Dieser Pilotenschein berechtigt zum Fliegen ohne Aufsicht in einem zugelassenen Fluggebiet.

Die Windenstarteinweisung

Hat man seinen A-Schein am Hang gemacht, also in den Alpen, benötigt man für das Fliegen im Flachland und an der Winde eine besondere Startberechtigung. Die sogenannte Windenstarteinweisung besteht aus 20 Starts an der Winde sowie einer kleinen Theorieprüfung. Die Einweisung wird von den meisten Flugschulen im Flachland angeboten und ist mit etwas Wetterglück an einem Wochenende zu absolvieren. Aber auch hier gilt: In den Kursgebühren sind meist die pfeil-nach-rechts Prüfungsgebühren des DHV nicht enthalten.

Die B-Lizenz

Hat man es eines Tages satt, ständig um einen zugelassenen Landeplatz herumzufliegen, wie man es mit der A-Lizenz darf, steht einem der Weg zur B-Lizenz offen. Dieser sogenannte "unbeschränke Luftfahrerschein" berechtigt den Inhaber, Überlandflüge in der Thermik zu unternehmen und Außenlandungen zu machen. Außenlandungen sind Landungen, die auf nicht extra zugelassenen Landeplätzen stattfinden, also Wiesen, Äcker, Fußballplätze...

Die Ausbildung zur B-Lizenz beinhaltet eine theoretische Prüfung mit den Schwerpunkten Luftrecht und Wetterkunde. Die praktischen Flüge müssen im Flugbuch eingetragen und bestätigt werden, können jedoch mit der Zeit angesammelt werden.

 

pfeil-nach-rechts Dies alles und noch mehr findest du auf der Seite des Deutschen Hängegleiterverbandes DHV.

 

Was kostet das Ganze?

Die folgenden Zahlen sind nur als Richtwert gedacht und bitte unbedingt bei den Flugschulen zu hinterfragen.

Ausbildung bis zum Erwerb der A-Lizenz:

ca. 1500 € zzgl. Hotel- und Fahrkosten

Grundausrüstung:

(Gleitschirm, Gurtzeug, Helm, alles gebraucht)

ca. 1500...2500 €

Achtung: Während der Schulung wird die Ausrüstung bei den meisten Flugschulen gestellt! Eine eigene Anschaffung ist erst mit Abschluss der A-Lizenz sinnvoll.

technische Prüfung des Schirms: ca. 100 € alle zwei Jahre
DHV-Mitgliedschaft, Haftpflicht: ca. 100 € im Jahr

 

Für Drachenflieger liegen die Kosten der teureren Ausrüstung wegen höher.