Das Fliegen an der Küste


Eine der entspanntesten Aktivitäten beim Fliegen ist das Soaren. Dabei fliegt der Pilot mit seinem Fluggerät mehr oder weniger endlos in einem Aufwindband, das sich durch Anströmung eines Hanges bildet. Wir haben hier zwar keine Berghänge, dafür aber was viel besseres:

Steilküsten!

Ostsee-Steilküste bei Stohl

Trifft der Seewind auf eine solche Steilküste, wird er fast senkrecht nach oben abgelenkt. Auf einem solchen Aufwindband kann der Flieger sich solange halten, wie der Wind die richtige Richtung und die richtige Stärke hat. Diese Art des Fliegens bezeichnet man auf denglisch "Soaring", was übersetzt eigentlich "aufsteigen, emporschnellen" bedeutet. Zwar steigen wir nicht wirklich auf, denn wir müssen auf dem Aufwindband bleiben, das nach oben hin an Stärke verliert und immer mehr in die eigentliche Windrichtung zurückgedreht wird, aber da diese Technik auch in den Bergen an den Hängen zur Höhengewinnung genutzt wird, hat sich die Bezeichnung durchgesetzt.

André, Mitglied unseres Vereins, hat einige seiner Flüge mit einer Helmkamera mitgeschnitten und die Ergebnisse ins Internet gestellt, ein Besuch seiner Seite ist durchaus lohnend.


Es gibt nur ein einziges zugelassenes Fluggebiete an einer Steilküste in Deutschland, da sie zu Recht unter Naturschutz stehen. In Stohl bei Eckernförde jedoch dürfen wir vom 1. Oktober bis zum 14. April, außerhalb der Brutzeit, dort fliegen. Dazu brauchen wir Nordostwind, den es hier leider nicht oft gibt. Ansonsten bleibt uns nur die Fahrt nach Dänemark.

In Dänemark gibt es keine Gesetze, die das Fliegen an den Küsten einschränken, und vernünftige Piloten verhalten sich auch nicht so, dass ein solches Gesetz notwendig wäre. Wer also die Fahrt auf sich nimmt, findet dort bei fast jedem Wind eine passende Küste. Eines der "Mekkas" der Küstenfliegerei ist Lökken an der Nordsee.


Wie genau das Soaring funktioniert, beschreibt sehr schön die Internetseite www.Schwerelos.de, so dass wir nur den Link dorthin anbieten. Ehre, wem Ehre gebührt!

Trotzdem die Anmerkung, dass Schwerelos.de nur das Hang-Soaren beschreibt, das die Bergflieger machen; die Grundprinzipien sind aber die selben. Nur dass unsere Steilküsten eben sehr steile Hänge sind!