Das Fliegen auf dem Flugplatz

Das Fliegen auf Flugplätzen mit Mischbetrieb, also mit Flugzeugen, Hubschraubern, Fallschirmspringern, Segelfliegern.... , kurz: auf "echten" Flugplätzen, erfordert eine besondere, wenn auch keine schwere Ausbildung. Piloten und Startleiter benötigen für den Flugbetrieb auf Flugplätzen im Mischflugbetrieb gemäß der Flugbetriebsordnung für Hängegleiter und Gleitsegel (FBO) Abschnitt 1, Nr. 9., entweder die theoretische Prüfung zum unbeschränkten Luftfahrerschein (B-Lizenz) oder eine andere anzurechnende Prüfung. Ulkigerweise ist das "Verhalten auf Flugplätzen" in den Ausbildungsrichtlinien des DHV nicht enthalten, so dass man mit der B-Theorie zwar auf Flugplätzen fliegen darf, aber die Lehrinhalte gar nicht gelernt hat... Es lebe die deutsche Bürokratie.

Als "andere anzurechnende Prüfung" zählt auch die theoretische Prüfung im Lehrfach "Verhalten auf Flugplätzen". Dieses Ausbildungsfach wird seit Mai 2005 in der Theorieausbildung zur Winden- und UL-Schleppstarteinweisung an den Schleppflugschulen unterrichtet und geprüft. Piloten und Startleiter, die mit dem Verhalten auf Flugplätzen bereits vor dem 1. Mai 2005 von ihren Fluglehrern vertraut gemacht und geprüft wurden, erhalten darüber eine formlose Bestätigung bzw. einen Eintrag im Flugbuch von ihrer Flugschule.

Also: Wer die Windentheorie 2005 und später gemacht und die Prüfung abgelegt hat, hat auch das grundsätzliche Wissen zum Verhalten auf dem Fluggelände.

Alle diese Berechtigungen (B-Schein, Kursus "Verhalten auf Flugplätzen" oder Prüfung in Windentheorie 2005 und später) weisen das Vorhandensein der Grundkenntnisse über das Verhalten auf Flugplätzen auf, ersetzen aber nicht die individuellen Regeln jedes einzelnen Flugplatzes, die z.T. variieren können. Sie befreien diese Flieger daher nicht davon, sich vor Beginn des Fliegens vom Platzhalter (in der Regel vertreten durch den Flugleiter) in jedem Einzelfall die Erlaubnis zum Betreten des Flugplatzes einzuholen. Das ergibt sich nebenbei auch schon aus dem Hausrecht.